17th international Triathlon de Portocolom
Samstag, den 02. August 2014 um 06:10 Uhr

Mein erster internationaler Profi Sieg!!!

Hallo alle zusammen,

ersteinmal will ich mich bei jedem einzelnen von Euch bedanken, ohne Euch wäre die Entwicklung meiner Leistung nie soweit gekommen, bzw das was noch kommen wird. Speziell in dieser Sportart brauchen wir Athleten den Rückhalt der Sponsoren, und den habe ich mit Euch zu 100%, VIELEN, VIELEN DANK!!!!!!!

Was soll ich sagen, ich bin einfach überwältigt  von dem was gestern passiert ist!!! Als ich hier auf Mallorca ankam fühlte ich mich sehr gut, ich konnte sehr gut trainieren die Wochen zuvor, ein kleiner Infekt hat sich zwar zwei Wochen vor dem Rennen eingeschlichen, aber den habe ich ohne krank zu werden überstanden! Ich nahm einige Tage beim Training die Intensität raus und nach 5 Tagen lockeren dahin trainieren war alles wieder gut!

Aber zurück zur Ankunft in Felanitx. Ich fühlte mich sehr gut die Tage vor dem Rennen und hatte auch wieder richtig Lust darauf Rennen zu bestreiten! Ich war richtig heiß darauf mich der internationalen Konkurrenz zu stellen!

Ich kam also am Mittwoch den 8.4. an und startete gleich mit dem Training, der Plan war 11 Tage Trainingslager und ein Rennen, gesagt getan, an Training wurde also nicht gespart bis zum Sonntag (13.04.) ;)

Mittwochs angekommen, dachte ich es gibt eine lange lockere Radeinheit, doch da habe ich falsch gedacht, 30min da und ab aufs Rad, Hill Reps 45min (6min 330W 60bpm Aeroposition den Berg hoch, oben umdrehen runterrollen, dann wieder das selbe, 45min lang. Normalerweiße geht das dann 1h so, uns wurde also 15min erlassen ;-)  ).  Plus ein- und ausfahren warens dann gesamt 3h , nach einer kurzen Pause nochmal 1,5h aufs Rad und ausfahren. Das Training lief weiterhin sehr gut, und so sollte es auch bis zum Rennen bleiben.

Zum Rennen:

Am Freitag und Samstag war ich viel in Portocolom (außer wenn wir trainiert haben, geschlafen oder gegessen) um an der Pressekonferenz teilzunehmen, Räder einzuchecken, die Strecken nocheinmal im Detail zu erfragen uvm.

So verging die Zeit sehr schnell bis zum Sonntag. Am Freitag hatte ich dann auch einen krassen Anflug von nervosität, nach einer so langen Rennpause ist es immer gewöhnungsbedürftig wieder an einem Wettkampf teilzunehmen.

Am Samstag habe ich dann also mein Rad eingecheckt, die Konkurrenz nocheinmal gecheckt und dann das Abendessen genossen! Danach gings recht früh ins Bett.

Sonntag klingelte um 5:30 Uhr der Wecker, ich konnte sehr, sehr gut schlafen. Nun hieß es Frühstücken und ab nach Portocolom.

In Portocolom angekommen verspürte ich richtig Lust heute gas zu geben, ich wusste, dass ich gut trainiert habe und sehr viel fitter bin als letztes Jahr.

Dann traf ich auch schon auf meine Mitstreiter, allen voran Florian Kriegl (Pewag Racing Team, Team in dem auch Faris Al Sultan und Marino Vanhoenacker sind), Florian ist als sehr guter Radfahrer bekannt. Ebenso traf ich Fabian Rahn, ein sehr starker Radfahrer und Läufer. Juan Nadal, ein lokaler Top Triathlet war ebenfalls am Start, ihn traf ich oft im Schwimmbad in Felanitx, also wusste ich der Junge kann was. Ansonsten waren noch sehr viele gute Spanier da und noch einer, der von allen als der Topfavorit gehandelt wurde Timothy van Houtem.

Es war also ein mit sehr guten Triathleten gespicktes Feld! Um 8:45 Uhr viel dann der Startschuss, ich konnte sofort an die Spitze des Feldes schwimmen. So war ich von Anfang an an dritter Position, der eine Kilometer Schwimmen verging wie im Fluge und ich konnte schwimmen wie noch nie vorher in einem Rennen. Ich merke dass sich das Training und die Umstellungen in der Technik bezahlt gemacht haben. So stieg ich nach einem Kilometer mit 12:50min als dritter aus dem Wasser, ich konnte somit schoneinmal mehr als eine Minute auf die größte Konkurrenz herausholen.

Dem Wasser entstiegen war ich schon zweiter. Nach dem Wechsel ging es auf die 100km lang und extrem bergige Radrunde, bei der wir 2x den berühmt berüchtigten Sant Salvador erklimmen mussten. Die 100km hatten knapp an die 2000hm wurde mir vorher vom Veranstalter gesagt, also verdammt hart! Gottseidank kannte ich die Runde wie aus dem FF, da wir hier immer Trainiert haben!

Zurück zum Radfahren. Nach 1km war ich schon in Führung gegangen, in einem knapp 4km langen Anstieg direkt nach der Wechselzone. Ich fand einen super Rhythmus und wusste ich muss mir die 100km gut einteilen, auf der zweiten Runde gewinnt oder verliert man dieses Rennen!!!! So lag ich 25km in Führung ehe von hinten wie ein verrückter Florian Kriegl an mir vorbeizog, ich versuchte kurz sein Tempo mit zu gehen, musste aber feststellen, dass ich das niemals noch 75km fahren kann. Ich trat 350W als ich mit ihm fuhr, das nichteinmal eine Minute, ich wusste ich muss mich auf mich konzentrieren. Gottseidank hatte ich vorher mit Jo Spindler (meinem Trainer) eine taktische Marschrute ausgemacht, bei der wir auch die zu tretenden Watt besprachen. Zu dem Zeitpunkt als Florian an mir vorbei fuhr waren es noch 5km zum ersten mal Sant Salvador (5km Anstieg, /% Steigung im Schnitt). So ließ ich Florian ziehen und konzentrierte mich auf mich, ich wusste ich kann das Tempo 100km fahren und dann noch gut Laufen (soweit man es wissen kann, passieren kann natürlich immer was, Krämpfe, ein Defekt, ein Sturz o.ä.). Ich wusste zu dem Zeitpunkt auch, dass Florian kein überragender Läufer ist.  Bis zum Ende der ersten Runde verlor ich 1:10min auf Florian, die restlichen Verfolger waren schon sehr weit weg. So kämpfte ich auf der zweiten Runde weiter um den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Zwischenzeitlich betrug der Abstand 1:50min. Dann verlor Florian vorne zunehmend an Boden, ich holte Sekunde um Sekunde auf. Es ging zum zweiten mal rauf nach Sant Salvador, unten hatte ich einen Rückstand von 1:30min. Ich wurde unten so brutal von Lisa angefeuert, einer weiteren Athletin von Jo, dass ich die nächsten 500m im Anstieg Gänsehaut hatte (bekomme ich immer noch beim schreiben). Rauf liefs super für mich, konnte meine Watt tretten, auch wenns weh tat. Oben sah ich Florian, er war nicht mehr weit weg, ich wusste ich komme näher! Mit diesem Gefühl fährt es sich etwas leichter und die Schmerzen fühlen sich garnicht mehr so schlimm an ;-)  unten an der Kreuzung angekommen, noch 15km bis zur Wechselzone stad Jo (Joseph Spindler, mein Coach). Er sprintete ca 150m mit mir mit (und ich war alles andere als langsam unterwegs!!!) Er schrie wie ein Irrer ,,Markus, nur noch eine Minute, der ist Platt, den holst Du Dir, DU gewinnst das Ding‘‘, ich hatte den kompletten Anstieg (nochmal ca 1km) Gänsehaut, ich trat in die Pedale, ab gings nach vorne, jetzt wusste ich, dass ich an diesem Tag alle schlagen kann. Aber noch waren es knapp 15km bis zur Wechselzone und 10km Laufen.

Ich fuhr sehr fokussiert und konzentriert bis zur Wechselzone, versuchte nicht zu überpacen, mich noch gut zu ernähren. So kam ich mit genau 1min Rückstand in die Wechselzone. Jetzt konnte mich nichts mehr halten, mit der bei weitem besten Wechselzeit von 26Sek. nahm ich die 10km in Angriff, ich lief die ersten 1,5km in einem wahnsinnigen Tempo an. Da sah ich auch schon Florian, ca 300m vor mir. Ich sah, dass er schwer zu kämpfen hatte. Also nahm ich etwas an Tempo raus, und lief kontinuirlich auf ihn auf. Nach 3km dann lief ich an ihm vorbei, ich hab nochmal angezogen, da ich nicht sicher war ob er noch was zusetzten konnte. Ca 2 Minuten nachdem ich ihn überholt habe konnte ich in einer Kurve unauffällig nach hinten blicken und niemand war zu sehen. Bis zum Wendepunkt auf die zweite Runde habe ich schon 1 Minute rausgelaufen. Dann kam ich an Jo vorbei, der in der Zwischenzeit schon wieder unten beim Laufen war, er schrie mir entgegen ich soll rausnehmen und die letzten 5km genießen. Ich tat was mir Jo gesagt hat, ich lief immer noch sehr schnell, aber in einem Bereich, in dem es nicht so arg weh tat. So lief ich die letzten km sehr konzentriert und kontrolliert zu ende. 300m vor dem Ziel realisierte ich das erste mal so ein wenig, dass das ein erster internationaler Sieg sein wird, da kullerten mir ein oder zwei Tränchen die Wange runter. Bis zum Zielkanal ging es dann aber schon wieder und ich wurde von einer Vielzahl frenetisch jubelnder Zuschauer empfangen. Meine Eltern standen direkt vorm Ziel, so konnte ich sie noch umarmen und die letzten Meter richtig genießen und meiner Freude freien Lauf lassen.

Ich gewann das Rennen in einer Zeit von 03:41:52 std.  (1km swim 12:50min / 100km Rad 2:50:13 std knapp 2000hm / 10,6km run 37:01) mit 4minuten Vorsprung.

Es war ein unbeschreiblicher Tag, ich merke, dass ich diesen Winter richtig gut trainieren konnte!!! Ich freue mich auf eine super Saison 2014, Vielen Dank Euch allen!!!!

Viele Grüße,

 

Euer Markus